Die Kurzantwort
Scheitholz darf im Kaminofen nur verbrannt werden, wenn sein Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt, bezogen auf das Trockengewicht. So steht es in § 3 der 1. BImSchV. Frisch geschlagenes Holz braucht dafür nach Angaben des Umweltbundesamts je nach Holzart etwa ein bis zwei Jahre an einem sonnigen, luftigen und regengeschützten Platz. Ob das Holz trocken genug ist, zeigt ein Holzfeuchtemessgerät, und der Schornsteinfeger prüft es bei der Feuerstättenschau.
Kennen Sie das? Das Feuer will nicht richtig brennen, die Scheibe wird schwarz und aus dem Schornstein zieht dunkler Rauch. Oft liegt es nicht am Ofen, sondern am Holz. Es ist schlicht zu feucht. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, was das Gesetz verlangt, wie Sie Brennholz richtig lagern und wie Sie prüfen, ob es trocken genug ist.
Was die 1. BImSchV zur Feuchte vorschreibt
Die Regeln stehen in der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, kurz 1. BImSchV. Nach § 3 Absatz 3 dürfen Holzbrennstoffe nur eingesetzt werden, wenn ihr Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt, bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht des Brennstoffs. Eine Ausnahme gilt nur für automatisch beschickte Anlagen, die der Hersteller ausdrücklich für feuchteren Brennstoff freigibt. Ein Kaminofen, den Sie von Hand befüllen, gehört nicht dazu.
Mehr zur Verordnung insgesamt lesen Sie in unserem Ratgeber BImSchV Stufe 2 für Kaminöfen.
Feuchtegehalt und Wassergehalt: nicht dasselbe
Hier gibt es oft Verwirrung. Das Umweltbundesamt erklärt im Ratgeber „Heizen mit Holz“ den Unterschied so: Der Wassergehalt bezieht das Wasser auf die Gesamtmasse des Holzes. Der Feuchtegehalt bezieht es auf die Trockenmasse. Ein Wassergehalt von 20 Prozent entspricht einem Feuchtegehalt von 25 Prozent. Die Verordnung meint den Feuchtegehalt. Schauen Sie deshalb in der Anleitung Ihres Messgeräts nach, welchen Wert es anzeigt.
Warum feuchtes Holz schadet
Nach dem Umweltbundesamt führt die Verbrennung von feuchtem Holz zu einem deutlich höheren Schadstoffausstoß. Auch Ofen und Schornstein leiden darunter. Erst trockenes Holz kann laut Umweltbundesamt viel Wärme abgeben und umweltverträglicher verbrennen. Beim Heizen mit Holz entstehen ohnehin Feinstaub, Ruß und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Feuchtes Holz macht das schlimmer, nicht besser.
So trocknet Brennholz richtig
Frisch geschlagenes Holz enthält nach dem Umweltbundesamt je nach Jahreszeit und Holzart zwischen 45 und 60 Prozent Wasser. Bei optimaler Trocknung sinkt der Wasseranteil auf 15 bis 20 Prozent. Das dauert je nach Holzart etwa ein bis zwei Jahre. So gehen Sie vor:
- Spalten Sie das Holz früh. Gespaltenes Holz trocknet besser und brennt auch besser ab.
- Wählen Sie einen sonnigen, luftigen Platz. Das Holz muss vor Regen und Schnee geschützt sein.
- Halten Sie Abstand zum Boden. Holz darf keinen Kontakt zum Erdreich haben, sonst zieht es Feuchtigkeit. Ein durchlüfteter Unterbau, etwa aus zwei Querstangen, hilft.
- Stapeln Sie in Ofengröße. Das Umweltbundesamt rät, das Holz so zu lagern, wie es später in den Ofen kommt.
- Decken Sie oben ab, lassen Sie die Seiten offen. Die Luft muss durch den Stapel ziehen können.
Die Feuchte selbst messen
Mit einem Holzfeuchtemessgerät können Sie die Brennstofffeuchte selbst prüfen. Die gängigen Geräte messen laut Wikipedia den elektrischen Widerstand über zwei Nadelspitzen und schließen daraus auf die Feuchte. Das ist eine grobe Bestimmung. Genauer ist die Darrmethode: Die Probe wird gewogen, getrocknet und erneut gewogen.
Unser Tipp: Spalten Sie ein Scheit auf und messen Sie auf der frischen Spaltfläche, nicht an der Außenseite. Messen Sie mehrere Scheite aus verschiedenen Stellen des Stapels. Kaufen Sie Brennholz, lassen Sie sich nach dem Umweltbundesamt den Wassergehalt bestätigen.
Welches Holz nicht in den Ofen darf
Erlaubt ist nach § 3 Absatz 1 naturbelassenes stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde, etwa Scheitholz, dazu Reisig und Zapfen sowie Briketts und Pellets aus naturbelassenem Holz. Gestrichenes, lackiertes, beschichtetes und verleimtes Holz wie Spanplatten darf nach § 5 Absatz 2 nur in Anlagen ab 30 Kilowatt in Betrieben der Holzbearbeitung oder Holzverarbeitung verbrannt werden. Private Haushalte dürfen das nicht, betont das Umweltbundesamt.
Holz mit Holzschutzmitteln gehört nie in den Kaminofen. Beim Verbrennen von lackiertem oder mit Holzschutzmitteln behandeltem Holz entstehen laut Umweltbundesamt Dioxine und Furane. Ebenfalls verboten sind Papier, Pappe, Papierbriketts, Holzabfälle wie alte Möbel, Kunststoffe und Küchenreste.
Wer das kontrolliert
Nach § 15 Absatz 2 lässt der Betreiber eines Kaminofens die Einhaltung der Feuchte-Regel im Rahmen der regelmäßigen Feuerstättenschau vom Bezirksschornsteinfeger prüfen. Die Feuerstättenschau findet nach § 14 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz zweimal während der Bestellung des Bezirksschornsteinfegers statt, und die Bestellung dauert nach § 10 sieben Jahre. Der Schornsteinfeger schaut sich dabei auch das Brennstofflager an und prüft den Feuchtegehalt. Ist das Holz zu feucht, sagt er es Ihnen und gibt Hinweise zur Lagerung.
Außerdem müssen Sie sich nach § 4 Absatz 8 innerhalb eines Jahres nach dem Einbau eines neuen Ofens oder nach einem Betreiberwechsel vom Schornsteinfeger beraten lassen, auch zur Lagerung und zum Umgang mit festen Brennstoffen.
Der passende Ofen zum trockenen Holz
Trockenes Holz ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist ein Ofen, der zum Raum passt, und die richtige Bedienung. Lesen Sie dazu Welche Leistung braucht ein Kaminofen? und Kaminofen richtig anheizen. Passende Modelle finden Sie in unserer Übersicht Kaminöfen.
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Häufige Fragen zum Brennholz trocknen
Wie trocken muss Brennholz sein?
Der Feuchtegehalt muss nach § 3 Absatz 3 der 1. BImSchV unter 25 Prozent liegen, bezogen auf das Trockengewicht.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Nach dem Umweltbundesamt je nach Holzart etwa ein bis zwei Jahre, gespalten und richtig gelagert.
Darf ich alte Möbel oder Bretter mit Lack verbrennen?
Nein. Lackiertes und beschichtetes Holz ist im Haushalt nicht erlaubt, Holzabfälle aus alten Möbeln ebenfalls nicht.
Prüft der Schornsteinfeger mein Brennholz?
Ja. Bei der Feuerstättenschau prüft er auch das Brennstofflager und die Feuchte des Holzes.
Zeigt mein Messgerät den richtigen Wert?
Prüfen Sie, ob es den Feuchtegehalt oder den Wassergehalt anzeigt. Die Grenze der Verordnung bezieht sich auf den Feuchtegehalt.
Rechtsstand . Die Angaben zu Gesetzen und Vorschriften haben wir an diesem Tag geprüft. Regeln können sich jederzeit ändern – maßgeblich ist immer die aktuell gültige Fassung, zum Beispiel hier im amtlichen Text.
