Die Kurzantwort
Verwenden Sie nur trockenes, naturbelassenes Holz mit weniger als 20 Prozent Restfeuchte. Zünden Sie von oben an: unten dickere Scheite, oben dünnes Anzündholz und ein Anzünder. Öffnen Sie anfangs alle Luftregler, legen Sie erst auf die Glut nach und nur so viel, wie der Ofen vorsieht. Eine helle, gelbe Flamme und kaum sichtbarer Rauch zeigen eine saubere Verbrennung.
Ob ein Kaminofen sauber oder rußig brennt, entscheidet sich weniger beim Kauf als beim Heizen. Mit trockenem Holz und der richtigen Technik verbrennt er fast rauchfrei, die Scheibe bleibt klar, und das Holz reicht länger. Mit feuchtem Holz und falscher Luftführung qualmt es, die Scheibe verrußt, und der Schornstein leidet. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es ankommt.
Das richtige Holz
Gutes Feuer beginnt mit trockenem Holz. Frisch geschlagenes Holz enthält zur Hälfte Wasser. Beim Verbrennen muss dieses Wasser erst verdampfen, das kostet Wärme, senkt die Temperatur im Feuerraum und lässt das Holz schwelen. Die Verordnung erlaubt Scheitholz nur mit einer Restfeuchte unter 25 Prozent, gut brennt es unter 20 Prozent. Dafür muss es gespalten, luftig und regengeschützt lagern – Weichholz etwa ein bis zwei Jahre, Hartholz wie Buche oder Eiche zwei Jahre und mehr. Ein günstiges Feuchtemessgerät zeigt, ob das Holz so weit ist; messen Sie an einer frisch gespaltenen Fläche.
Hartholz wie Buche, Eiche, Esche oder Birke brennt lange und gleichmäßig und bildet eine gute Glut. Nadelholz wie Fichte oder Kiefer zündet schnell und eignet sich zum Anheizen, brennt aber rasch ab. Die Scheite sollten so lang sein, dass sie bequem in den Feuerraum passen, und nicht dicker als ein Unterarm.
Von oben anzünden
Die saubere Methode ist das Anzünden von oben. Legen Sie unten zwei bis drei dickere Scheite, darauf kreuzweise dünneres Holz und ganz oben eine Handvoll Anzündholz mit einem Anzünder aus Holzwolle und Wachs. Das Feuer brennt dann von oben nach unten ab wie eine Kerze. Die Holzgase, die aus den unteren Scheiten aufsteigen, ziehen durch die Flammen und verbrennen, statt als Rauch in den Schornstein zu entweichen. Papier und Pappe sind als Anzünder ungeeignet; sie erzeugen viel Asche und Flugteile.
Die Luft richtig einstellen
Zum Anheizen öffnen Sie alle Luftregler. Das Feuer braucht jetzt viel Sauerstoff, um den Feuerraum schnell auf Temperatur zu bringen. Brennt das Holz kräftig, regeln Sie die Primärluft von unten zurück; die Sekundärluft, die von oben an der Scheibe entlangströmt, bleibt offen. Sie hält die Scheibe sauber und verbrennt die Holzgase nach. Drosseln Sie die Luft nie so weit, dass die Flammen verschwinden und das Holz nur noch glimmt. Ein gutes Feuer brennt mit heller, gelber Flamme, und aus dem Schornstein steigt kaum sichtbarer Rauch.
Richtig nachlegen
Legen Sie erst nach, wenn die Flammen fast erloschen sind und eine Glut übrig ist. Zwei bis drei Scheite genügen meist; die maximale Menge nennt der Hersteller. Zu viel Holz auf einmal überlastet den Ofen und erzeugt Rauch. Öffnen Sie die Tür langsam, damit kein Rauch in den Raum zieht, und öffnen Sie nach dem Nachlegen kurz die Luftzufuhr, bis die neuen Scheite brennen.
Was nicht in den Ofen gehört
In den Kaminofen gehört nur naturbelassenes Holz, Holzbriketts und – wenn zugelassen – Kohle. Lackiertes, beschichtetes oder imprägniertes Holz, Spanplatten, Möbelreste, Pappe, Zeitungen und Abfall sind verboten. Sie setzen beim Verbrennen giftige Stoffe frei, schaden Ofen und Schornstein und belasten die Nachbarschaft. Mehr zu den Regeln in BImSchV Stufe 2.
Scheibe, Asche und Pflege
Eine verrußte Scheibe ist ein Zeichen für zu feuchtes Holz oder zu wenig Luft. Reinigen Sie sie im kalten Zustand mit einem feuchten Tuch und etwas Asche oder einem Glasreiniger für Kaminscheiben. Eine dünne Ascheschicht im Feuerraum schadet nicht, sie isoliert die Glut; den Aschekasten leeren Sie, bevor er voll ist. Asche ist oft Stunden nach dem Feuer noch heiß – füllen Sie sie nur in einen Metalleimer.
Die passende Ofengröße
Selbst die beste Technik hilft wenig, wenn der Ofen zu groß für den Raum ist und ständig gedrosselt werden muss. Wie Sie die richtige Leistung finden, steht in Welche Leistung braucht ein Kaminofen?.
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