Kaminofen anschließen

Redaktion Kaminfinder · Zuletzt geprüft: · 8 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

Ein Kaminofen braucht einen geeigneten Schornstein und die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger, bevor das erste Feuer brennt. Sprechen Sie ihn vor dem Kauf an: Er prüft Querschnitt, Höhe und Belegung des Schornsteins, die Abstände zu brennbaren Bauteilen und ob eine Lüftungsanlage besondere Maßnahmen verlangt.

Einen Kaminofen auszupacken und aufzustellen, ist schnell erledigt. Bis er brennen darf, sind aber einige Schritte nötig – und der wichtigste davon ist ein Gespräch mit dem Schornsteinfeger, am besten bevor Sie bestellen. Dieser Ratgeber zeigt, was beim Anschluss zählt.

Der Schornsteinfeger zuerst

In Deutschland muss jede neue Feuerstätte vor der ersten Nutzung vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Er prüft, ob der Ofen die geltenden Grenzwerte einhält, ob der Schornstein geeignet ist und ob Aufstellung und Anschluss den Regeln entsprechen. Erst mit seiner Bescheinigung darf der Ofen in Betrieb gehen. Danach kommt er regelmäßig zum Kehren und zur Feuerstättenschau.

Sinnvoll ist ein Termin schon vor dem Kauf. Der Schornsteinfeger kann Ihnen sagen, welche Leistung und welcher Rauchrohrdurchmesser zu Ihrem Schornstein passen, ob ein vorhandener Schornsteinzug frei ist und wo der Ofen stehen kann. So vermeiden Sie, dass ein gekauftes Modell nicht angeschlossen werden darf.

Ist der Schornstein geeignet?

Ein Schornstein muss die Abgase sicher ins Freie führen und den nötigen Förderdruck aufbauen – den Zug, den der Ofen braucht. Entscheidend sind Querschnitt, wirksame Höhe und Material. Ein zu großer Querschnitt zieht schlecht, ein zu kleiner kann die Abgase nicht abführen. Den nötigen Förderdruck nennt der Hersteller im Datenblatt; der Schornsteinfeger berechnet, ob Ihr Schornstein ihn liefert.

Ist bereits eine andere Feuerstätte angeschlossen, etwa eine Gasheizung, ist eine Mehrfachbelegung nur unter Bedingungen möglich: Der Kaminofen braucht dann in der Regel eine selbstschließende Feuerraumtür, und der Schornstein muss für beide Geräte ausgelegt sein. Fehlt ein Schornstein, lässt sich ein Edelstahlschornstein an der Außenwand nachrüsten.

Rauchrohr und Anschluss

Der Ofen wird über ein Rauchrohr mit dem Schornstein verbunden. Durchmesser und Abgang – oben oder hinten – müssen zum Ofen passen; die Angaben stehen bei unseren Modellen in den Daten. Das Rohr sollte möglichst kurz sein, nur wenige Bögen haben und leicht ansteigend in den Schornstein führen. Die Einführung in den Schornstein übernimmt ein Wandfutter. Rauchrohre gehören meist nicht zum Lieferumfang und werden passend zum Aufstellort bestellt.

Aufstellort, Boden und Abstände

Ein Kaminofen braucht Abstand zu brennbaren Bauteilen und Möbeln. Wie viel, steht in der Anleitung des Herstellers, getrennt nach vorn, seitlich und hinten. Vor der Feuerraumöffnung ist der Abstand zu Möbeln und Vorhängen am größten, weil dort die Strahlung am stärksten ist.

Steht der Ofen auf einem brennbaren Boden wie Parkett, Laminat oder Teppich, ist eine Bodenplatte aus nicht brennbarem Material vorgeschrieben – aus Glas, Stahl oder Stein. Sie muss nach vorn mindestens 50 und zur Seite mindestens 30 Zentimeter über die Feuerraumöffnung hinausreichen. Prüfen Sie bei schweren Öfen außerdem die Tragfähigkeit des Bodens, besonders bei Holzbalkendecken.

Lüftungsanlage und Dunstabzug

Ein Feuer braucht Verbrennungsluft. In dicht gebauten Häusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung kann die Anlage einen Unterdruck erzeugen, der die Abgase in den Raum zieht. Hier ist entweder ein raumluftunabhängiger Kaminofen mit entsprechender Zulassung nötig oder eine Sicherheitseinrichtung, die Ofen und Lüftung gemeinsam überwacht. Auch eine starke Abluft-Dunstabzugshaube in einer offenen Küche kann Probleme machen. Der Schornsteinfeger sagt Ihnen, welche Lösung bei Ihnen gilt.

Grenzwerte und Unterlagen

Für die Abnahme zählt, dass der Ofen die Stufe 2 der 1. BImSchV erfüllt. Halten Sie für die Abnahme das Datenblatt oder den Prüfbericht des Ofens bereit; viele Händler stellen die Unterlagen für den Schornsteinfeger auf Anfrage bereit. Was die Grenzwerte bedeuten, erklärt BImSchV Stufe 2.

Kosten und Zeitplan einplanen

Rechnen Sie zwischen Kauf und erstem Feuer mit etwas Vorlauf. Der Schornsteinfeger braucht einen Termin für die Vorabprüfung und einen zweiten für die Abnahme, und Rauchrohr, Wandfutter und Bodenplatte müssen passend bestellt werden. Muss ein Schornstein erst saniert oder neu errichtet werden, dauert es entsprechend länger. Wer den Ofen zur Heizsaison nutzen möchte, beginnt die Planung deshalb am besten im Sommer.

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